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Elterngeld







Elterngeld
Häufige Fragen

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auf dieser Seite:

Welche Arten von Einkommen werden für die Berechnung des Elterngeldes herangezogen?

Das Elterngeld wird aus der Summe der positiven Einkünfte im Bemessungszeitraum aus

  • nichtselbständiger Arbeit
  • Gewinneinkünfte
    • Land- und Forstwirtschaft
    • Gewerbebetrieb 
    • selbständiger Arbeit

berechnet. Berücksichtigt wird nur Einkommen, das in Deutschland, einem anderen Mitgliedsstaat der Europäischen Union, dem Europäischen Wirtschaftsraum oder der Schweiz zu versteuern ist. Ausländisches Einkommen, das in anderen Staaten versteuert wird oder keiner Besteuerung unterliegt, wird nicht berücksichtigt.

Elterngeld-Brutto

Das Elterngeld-Brutto ist das monatlich durchschnittlich zu berücksichtigende Einkommen, gegebenenfalls nach Abzug des elterngeldrechtlichen Arbeitnehmer-Pauschbetrages vor Abzug von Steuern und Sozialabgaben.

Elterngeld-Netto

Das Elterngeld-Netto ist das Elterngeld-Brutto abzüglich pauschal ermittelter Beträge für Steuern und Sozialabgaben.

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Nach welchem Erwerbseinkommen berechnet sich das Elterngeld?

Das heranzuziehende Elterngeld-Netto wird eigenständig berechnet und im Durchschnitt ermittelt. Es ist nicht identisch mit dem steuerrechtlichen Nettoeinkommen. Steuerfreie und sonstige Bezüge (z.B. Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld, Prämien) bleiben unberücksichtigt.

Das Elterngeld wird grundsätzlich aus dem monatlich, durchschnittlichen Elterngeld-Netto errechnet. Das Elterngeld-Netto ergibt sich bei Einkommen aus nichtselbständiger Arbeit aus folgenden Berechnungsschritten:

  1. Vom monatlich laufend und pauschal versteuerten Bruttoeinkommen wird jeweils der anteilige Arbeitnehmerpauschbetrag von 83,33 Euro abgezogen.
     
  2. Anschließend werden die verbleibenden Restbeträge addiert und durch zwölf geteilt. Dies gilt auch, wenn in einzelnen Monaten des Bemessungszeitraumes kein zu berücksichtigendes Einkommen vorhanden ist.
     
  3. Vom so ermittelten Elterngeld-Brutto werden pauschalierte Abzüge für Steuern und Sozialabgaben vorgenommen.
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Wie setzen sich die pauschalierten Abzüge für Steuern zusammen?

Abzüge für Steuern sind

  • Einkommensteuer,
  • Solidaritätszuschlag,
  • Kirchensteuer, soweit Kirchensteuerpflicht besteht.

Die jeweiligen Beträge werden anhand eines Lohnsteuerprogramms ermittelt. Erforderlich für die Berechnung sind folgende Abzugsmerkmale:

  • Steuerklasse, ggf. mit Faktor nach § 39f EStG
  • Kirchensteuerpflicht
  • Anzahl der Freibeträge für Kinder und
  • Rentenversicherungspflicht (für die Bestimmung der Vorsorgepauschale)

Die entsprechenden Abzugsmerkmale werden den Lohn- und Gehaltsabrechnungen entnommen. Bei Änderungen sind grundsätzlich die Abzugsmerkmale maßgeblich, die in der überwiegenden Zahl der Monate des Bemessungszeitraums gegolten haben. Bei gleicher Anzahl sind die Abzugsmerkmale entscheidend, die als Letzte für einen Monat im Bemessungszeitraum ausgewiesen wurden. Dies gilt auch für die Merkmale zur Ermittlung der pauschalierten Sozialversicherungsbeiträge.

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Wie setzen sich die pauschalierten Abzüge für Sozialabgaben zusammen?

Abzüge für Sozialabgaben erfolgen nur insoweit, als eine Versicherungspflicht in den jeweiligen Zweigen der gesetzlichen Sozialversicherung oder einer vergleichbaren Einrichtung bestanden hat. Für freiwillig oder privat Krankenversicherte erfolgt daher kein Abzug für Kranken- und Pflegeversicherung.
Die Abzugsbeträge werden nach folgenden Beitragssatzpauschalen ermittelt:

  • 9 % für Kranken- und Pflegeversicherung
  • 10 % für Rentenversicherung
  • 2 % für Arbeitsförderung

Die entsprechenden Abzugsmerkmale werden den Lohn- und Gehaltsabrechnungen entnommen. Bei Änderungen sind grundsätzlich die Abzugsmerkmale maßgeblich, die in der überwiegenden Zahl der Monate des Bemessungszeitraums gegolten haben. Bei gleicher Anzahl sind die Abzugsmerkmale aus entscheidend, die als Letzte für einen Monat im Bemessungszeitraum ausgewiesen wurden. Dies gilt auch für die Merkmale zur Ermittlung der pauschalierten Steuerabzüge.

Für Einnahmen aus geringfügiger Beschäftigung („Minijob“) werden grundsätzlich keine Abzüge für Sozialversicherung vorgenommen. Dies gilt auch für geringfügig Beschäftigte in Privathaushalten sowie für Beschäftigte in Berufsausbildung mit Einnahmen bis zu monatlich 325,00 Euro und für Versicherte, die ein freiwilliges soziales Jahr nach den jeweiligen Bestimmungen leisten.

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Wie berechnet sich das Elterngeld bei Gewinneinkünften?

Ausgangspunkt für die Berechnung des Elterngeldes aus Gewinneinkünften ist der Gewinn, wie er sich aus dem Steuerbescheid für das maßgebliche Kalenderjahr ergibt. Berücksichtigt werden nur die positiven Einkünfte. Eine Verrechnung mit negativen Einkünften einer anderen Einkunftsart erfolgt nicht. Durch Zwölftelung des Gewinns ergibt sich ein monatliches Elterngeld-Brutto, von dem ebenfalls – wie bei Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit – pauschale Abzüge für Steuern und Sozialabgaben (soweit Sozialversicherungspflicht bestand) vorgenommen werden. Auf die Höhe der tatsächlich entrichteten Steuern und Sozialabgaben kommt es nicht an.

Die Steuern werden bei Gewinneinkünften grundsätzlich nach der Steuerklasse IV ermittelt.

Das so ermittelte Elterngeld-Netto bildet die Grundlage für die Feststellung des zustehenden Elterngeldes.

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Wie berechnet sich das Elterngeld bei Mischeinkünften (Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit und Gewinneinkünfte)?

Haben im maßgeblichen Kalenderjahr Mischeinkünfte vorgelegen, werden die Abzüge für Steuern und Sozialabgaben einheitlich aus der monatlich durchschnittlichen Summe der zu berücksichtigenden Einnahmen aus selbständiger und nichtselbständiger Arbeit ermittelt.

Hinsichtlich des Steuerabzugs gilt:

Ist das Elterngeld-Brutto aus selbständiger Erwerbstätigkeit höher als das Elterngeld-Brutto aus nichtselbständiger Erwerbstätigkeit, so werden die abzusetzenden Steuern einheitlich für beide Einkunftsarten auf der Grundlage der Steuerklasse IV errechnet.

Beispiel:

Elterngeld-Brutto aus nichtselbständiger Arbeit bei Steuerklasse III 2500,00 Euro
Elterngeld-Brutto aus selbständiger Erwerbstätigkeit 3000,00 Euro

► Steuerklasse IV für alle Einkunftsarten

Hinsichtlich der Abzüge für Sozialabgaben erfolgt ein Abzug nur insoweit, als eine Versicherungspflicht in den jeweiligen Zweigen der Sozialversicherung oder einer vergleichbaren Einrichtung (berufsständisches Versorgungswerk, z. B. Künstlersozialkasse, Ärzte-, Apotheker-, Architektenkammer, Bayer. Rechtsanwalts- und Steuerberaterversorgung) bestanden hat. Auch hier sind die Abzugsmerkmale maßgeblich, die in der überwiegenden Zahl der Monate vorgelegen haben.

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Nach welchem Prozentsatz wird das Elterngeld gezahlt (Ersatzrate)?

Das Elterngeld wird grundsätzlich in Höhe von 67 % des durchschnittlichen monatlichen Elterngeld-Nettos gezahlt. Ab einem durchschnittlichen Elterngeld-Netto von mehr als 1.200,00 Euro sinkt die Ersatzrate schrittweise von 67 % auf 65 %.

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Erhöht sich das Elterngeld bei einem geringen (Netto)Erwerbseinkommen?

War das maßgebliche Elterngeld-Netto vor der Geburt des Kindes geringer als monatlich 1.000,00 Euro, wird der ursprüngliche Prozentsatz von 67 % im Einzelfall auf bis zu 100 % angehoben. Dabei wird vom ermittelten Differenzbetrag (1.000,00 Euro minus tatsächliches Elterngeld-Netto) der Prozentsatz für je zwei Euro um 0,1 Prozentpunkte erhöht.

Beispiel:
Elterngeld-Netto vor der Geburt 600,00 Euro. Differenz somit 400,00 Euro (1.000,00 - 600,00) : 2 x 0,1 = 20 Prozent. Der ursprüngliche Prozentsatz von 67 % wird in diesem Fall auf 87 % erhöht, das Elterngeld beträgt statt 402,00 Euro dann 522,00 Euro.

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Werden vor der Geburt des Kindes bezogene Entgeltersatzleistungen für die Leistungsbemessung herangezogen?

Nein, es kann nur Erwerbseinkommen berücksichtigt werden. Das Bundessozialgericht hat mit seinen Urteilen vom 17.02.2011 (B 10 EG 21/09 R, B 10 EG 20/09 R, B 10 EG 17/09 R) und vom 21.02.2013 (B 10 EG 12/12 R) entschieden, dass Arbeitslosengeld, Krankengeld, Streikgeld und Insolvenzgeld nicht als zu berücksichtigendes Einkommen im Sinne des Elterngeldes zu werten sind.

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Aus welchem Zeitraum wird Einkommen für die Berechnung des Elterngeldes herangezogen?

Für die Bestimmung des Bemessungszeitraums ist ausschlaggebend, welche Art von Einkommen die berechtigte Person vor der Geburt des Kindes hatte:

Ausschließlich Einkommen aus nichtselbständiger Erwerbstätigkeit:

Hat die berechtigte Person in den zwölf Kalendermonaten vor der Geburt ausschließlich Einkommen aus nichtselbständiger Erwerbstätigkeit, sind grundsätzlich die zwölf Kalendermonate vor dem Monat der Geburt des Kindes (=Zwölfmonatszeitraum) maßgebend. Kalendermonate, in denen mindestens für einen Tag einer der nachfolgenden Tatbestände vorgelegen hat, werden bei der Bestimmung der maßgeblichen zwölf Monate nicht berücksichtigt („ausgeklammert“). Sie werden durch die entsprechende Anzahl von Kalendermonaten vor dem ursprünglichen Zwölfmonatszeitraum ersetzt.

Ausklammerungstatbestände sind:

  • Bezug von Mutterschaftsgeld
  • Bezug von Elterngeld für ein älteres Kind
  • Einkommensverlust wegen einer maßgeblich auf eine Schwangerschaft zurückzuführenden Erkrankung
  • Ableistung von Wehrdienst oder Zivildienst, wenn hierdurch das Einkommen aus Erwerbstätigkeit gemindert wurde
  • Beschäftigungsverbot nach § 3 Abs. 2 des Mutterschutzgesetzes (Sechswochenfrist vor der Geburt eines Kindes)
  • Beschäftigungsverbot nach § 6 Abs. 1 des Mutterschutzgesetzes (Schutzfrist nach der Geburt eines älteren Kindes)

Beispiel:

• Kind geboren am 10.06.2013

• ursprünglicher Zwölfmonatszeitraum Juni 2012 bis Mai 2013

• Mutterschaftsgeld ab 28.04.2013

► Maßgeblicher Zwölfmonatszeitraum April 2012 bis März 2013

Sollte sich die Ausklammerung ausnahmsweise nachteilig auswirken, kann hierauf verzichtet werden. Der Verzicht ist schriftlich zu erklären. Nähere Informationen erhalten Sie bei Ihrer Elterngeldstelle.

Ausschließlich Gewinneinkünfte (positiv, null oder negativ)

Hat die berechtigte Person in den zwölf Kalendermonaten vor der Geburt - ggfs. auch zeitweise - ausschließlich Gewinneinkünfte (positiv, null oder negativ), ist grundsätzlich das Einkommen aus dem Kalenderjahr vor der Geburt des Kindes maßgeblich. Lag im Kalenderjahr vor der Geburt des Kindes oder ggf. im abweichenden Wirtschaftsjahr einer der nachfolgenden Tatbestände vor, wird auf Antrag der Bemessungszeitraum auf das davor liegende Kalenderjahr verschoben. Im Gegensatz zur Ausklammerung sind von der Verschiebung immer volle Kalenderjahre betroffen.

Verschiebetatbestände sind:

  • Bezug von Mutterschaftsgeld
  • Bezug von Elterngeld für ein älteres Kind
  • Einkommensverlust wegen einer maßgeblich auf eine Schwangerschaft zurückzuführenden Erkrankung
  • Ableistung von Wehrdienst oder Zivildienst, wenn hierdurch das Einkommen aus Erwerbstätigkeit gemindert wird

Beispiel:
• Kind geb. am 10.6.2013

Gewinneinkünfte bis Juni 2012
► Bemessungszeitraum ist grundsätzlich das Kalenderjahr 2012

Gewinneinkünfte ab Februar 2013
► Bemessungszeitraum ist grundsätzlich das Kalenderjahr 2012, (auch wenn hier noch keine selbständige Erwerbstätigkeit ausgeübt wurde)

Variante 1:

• Einkommensverlust wegen schwangerschaftsbedingter Erkrankung im November und Dezember 2012

• Antrag auf Verschiebung

► neuer Bemessungszeitraum: Kalenderjahr 2011

Variante 2:

• wie Variante 1, zusätzlich Elterngeldbezug für ein älteres Kind im Kalenderjahr 2011

• Antrag auf Verschiebung

► maßgeblicher Bemessungszeitraum: Kalenderjahr 2010

Liegen mehrere Verschiebetatbestände vor, kann der Antrag auf Verschiebung wahlweise für einen oder mehrere Verschiebetatbestände gestellt werden.

Mischeinkünfte

Hat die berechtigte Person in den zwölf Kalendermonaten oder im Kalenderjahr vor der Geburt gleichzeitig oder nacheinander - ggf. auch zeitweise - Gewinneinkünfte (positiv, null oder negativ) und Einkünfte aus nichtselbständiger Erwerbstätigkeit, ist für die Ermittlung des zu berücksichtigenden Einkommens grundsätzlich das Einkommen aus dem Kalenderjahr vor der Geburt maßgeblich. Lag im Kalenderjahr vor der Geburt einer der oben genannten Verschiebetatbestände vor, wird auf Antrag das Kalenderjahr maßgeblich, das diesen Ereignissen vorausgegangen ist.

Wichtig:

Die Verschiebung umfasst immer Gewinneinkünfte und Einkommen aus nichtselbständiger Erwerbstätigkeit.

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Bleiben Monate mit Elternzeit - ohne Bezug von Elterngeld - bei der Bestimmung des Bemessungszeitraums unberücksichtigt?

Elternzeit für ein älteres Kind ohne Bezug von Elterngeld führt nicht zur Änderung des Bemessungszeitraums für ein jüngeres Kind.

Dies wurde zwischenzeitlich durch die beiden Entscheidungen des Bundessozialgerichts vom 19. Februar 2009 (Az. B 10 EG 1/08 R und B 10 EG 2/08 R) bestätigt.

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Wird das Mutterschaftsgeld auf das Elterngeld angerechnet?

Das ab der Geburt des Kindes laufend zu zahlende Mutterschaftsgeld (Gleiches gilt für den Arbeitgeberzuschuss sowie für Dienst- und Anwärterbezüge) wird auf das Elterngeld angerechnet. Auch vergleichbare Leistungen, die im Ausland in Anspruch genommen werden (können), werden angerechnet. Beim Vater erfolgt keine Anrechnung des Mutterschaftsgeldes, auch wenn er Elterngeld in den ersten zwei Lebensmonaten des Kindes in Anspruch nimmt.
Monate mit Bezug von Mutterschaftsgeld gelten als Monate mit Elterngeldbezug und reduzieren insoweit die Zahl der Bezugsmonate.

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