Integrationsamt
Job4000 - Veranstaltungsbericht
Dokumentation über die bundesweite
Fachtagung Job4000 vom 17.06.2008
Fachtagung “Job4000 - Neue Wege der Integration in die Arbeit“ in München
Über 350 Gäste aus Wirtschaft und Politik sowie von Organisationen und Verbänden hatten auf der ausgebuchten Veranstaltung „Job4000 - Neue Wege der Integration in die Arbeit“ am 17. Juni in München die Gelegenheit, sich über das Bundesprogramm Job4000 und die bayerischen Initiativen zur beruflichen Integration schwerbehinderter Menschen zu informieren. Veranstalter war das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen sowie das Integrationsamt in Kooperation mit dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales.
Im Hubertussaal des Schlosses Nymphenburg begrüßte die Bayer. Staatsministerin Christa Stewens die anwesenden Gäste und hob die Bedeutung von Arbeit für Menschen mit Behinderung hervor. Sie dankte den bayerischen Unternehmen, die sich für die berufliche Integration behinderter Menschen engagieren und betonte die konstruktive Zusammenarbeit der beteiligten Akteure. Diese Zusammenarbeit macht sich unter anderem auch in dem Projekt "Übergang Förderschule-Beruf" bezahlt, in dessen Rahmen Jugendliche mit Lernbehinderung in den allgemeinen Arbeitsmarkt eingegliedert werden.
Die Leiterin der Gruppe Rehabilitation im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Gitta Lampersbach, bestätigte in ihrer Rede das große Interesse und Engagement von Arbeitgebern an dem Programm Job4000. Sie wies unter anderem auf den Artikel 27 des Übereinkommens der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen hin, in welchem die Öffnung des allgemeinen Arbeitsmarkts für behinderte Menschen festgeschrieben wird.
Diesem Anliegen will auch das Programm Job4000 Rechnung tragen und dabei insbesondere besonders betroffenen schwerbehinderten Menschen die Möglichkeit eröffnen, am Arbeitsleben teilzuhaben.
Dr. Franz Prast, Mitglied der Geschäftsführung der Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit, gab einen Überblick über die Arbeitslosigkeit schwerbehinderter Menschen in Bayern sowie über die möglichen Förder- und Unterstützungsmöglichkeiten durch die Bundesagentur für Arbeit.
Aus seiner Sicht bedarf es angesichts der vielen Initiativen und Akteure einer guten Zusammenarbeit und Vernetzung, damit die zur Verfügung stehenden Finanzmittel sinnvoll und wirkungsorientiert eingesetzt werden können.
Bernd Linstädt, Präsident des Zentrums Bayern Familie und Soziales, betonte die gesellschaftliche Veränderung zum Umgang mit behinderten Menschen, und die daraus resultierende Weiterentwicklung der Praxis betrieblicher Eingliederung. Er verdeutlichte die aktuellen gesetzlichen Rahmenbedingungen und berichtete von bayerischen Initiativen, die zusätzlich zum Förderprogramm Job4000 die Integration von Menschen mit Behinderung in den allgemeinen Arbeitsmarkt unterstützen sollen.
Im Mittelpunkt des zweiten Programmteils standen drei Praxisbeispiele gelungener Integration schwerbehinderter Menschen in den betrieblichen Alltag bayerischer Unternehmen.
• Den Anfang machte Georg Kufer von der Abteilung "Personal Direkt - Berufsausbildung" des BMW-Werks Regensburg. Zusammen mit fünf schwerbehinderten Auszubildenden schilderte er die betriebliche Eingliederungspraxis bei BMW. Hier haben in den vergangenen Jahren zahlreiche Auszubildende mit sehr unterschiedlichen Behinderungen einen erfolgreichen Berufsabschluss erreicht und in der Regel auch einen Arbeitsplatz erhalten. Aus seiner Sicht sind auf der Grundlage langjähriger Erfahrungen drei Faktoren von besonderer Bedeutung, wenn es um eine erfolgreiche berufliche Integration jugendlicher Menschen mit Behinderungen geht. Zum einen die Kraft und die Unterstützung aus dem Elternhaus, zum anderen engagierte Führungskräfte in den Unternehmen sowie unbürokratisches Handeln von Partnern in der Verwaltung.
• Georg Söffner schilderte seine konkreten Erfahrungen als Geschäftsführer der Firma EEBA GmbH mit der Integration eines schwerbehinderten Mitarbeiters in sein siebzehn Mitarbeiter zählendes Unternehmen. Die EEBA GmbH ist im Bereich der Entwicklung und der Wartung von Blitzschutzanlagen tätig. Der schwerbehinderte Mitarbeiter, der in Folge eines Schlaganfalles halbseitig in seinen Bewegungen eingeschränkt ist, konnte eine Menge spezieller Erfahrungen und vor allen Dingen ein hohes Engagement und viel Eigeninitiative in das Unternehmen einbringen.
Aufgrund der positiven Erfahrungen wurde inzwischen auch ein schwerbehinderter Auszubildender eingestellt, bei dem sich die positiven Erfahrungen des ersten Falles bestätigt haben.
• Andreas Trzcinski von der Wabe gGmbH in Erlangen gab einen Einblick in den Arbeitsalltag und die Erfahrungen eines Integrationsunternehmens. Die Wabe gGmbH ist eines der ältesten Integrationsunternehmen Deutschlands und im Elektronik- und Montagebereich tätig. Von den insgesamt 75 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern haben 64 eine Schwerbehinderung. Mit Hilfe eines professionellen Personal- und Unterstützungsmanagements ist es der Firma gelungen, sich seit Jahren auf dem Markt zu behaupten und ihre Kapazitäten auszuweiten. Gute Erfahrungen wurden dabei insbesondere bei Kooperationen mit anderen Unternehmen gemacht.
Die drei vorgestellten Beispiele guter Praxis wurden abgerundet durch einen Vortrag von Johannes Magin, dem Vorsitzenden der Landesarbeitsgemeinschaft Integrationsfachdienst Bayern. Er gab in seinem Vortrag einen kurzen Einblick in die Aufgaben der Integrationsfachdienste und legte dabei seinen Schwerpunkt auf die Leistungen und Unterstützungen, die Arbeitgeber zu erwarten haben.
Der Zeitrahmen der Veranstaltung ließ den Gästen genügend Raum, sich neben dem Programm an den drei vielbesuchten Informationsständen des Bundesministeriums, des Integrationsamts Bayern sowie des IFD München-Freising zu informieren, und Kontakte zu anderen Akteuren zu knüpfen.
Materialien
Infos und Materialien zur Fachtagung
Aktualisiert: 18.04.2012


