Medizinische Beurteilung

Befunde

Die Regionalstelle des ZBFS fordert medizinische Befundunterlagen bei behandelnden Ärzten oder Kliniken an. Diese Befunde wertet der Ärztliche Dienst des ZBFS durch speziell geschulte Ärzte aus. Für die Feststellung, ob Blindheit im Sinne des Gesetzes vorliegt, gelten folgende Grundsätze:
 

Medizinische Grundsätze

Blindheit

Definition Blindheit

Blind ist, wem das Augenlicht vollständig fehlt.

Als blind gilt auch eine Sehschärfe von nicht mehr als 2 Prozent auf dem besseren Auge - auch bei beidäugiger Prüfung der Sehschärfe.

Für Blindheit ist grundsätzlich der Befund nach Sehschärfe (Visus) und Gesichtsfeld maßgeblich. Ein Blindheitsbefund, bei dem allein die Sehschärfe 2 Prozent beträgt, ist nicht der Regelfall. Vielmehr kommen auch in vielen Fällen Visuseinschränkungen in Kombination mit Gesichtsfeldeinschränkungen für eine Gleichstellung mit Blindheit in Betracht.

Diese Einschränkungen und auch andere Störungen des Sehvermögens, die so schwer sind, dass sie mit Blindheit gleichzustellen sind, sind in den Versorgungsmedizinischen Grundsätzen, Teil A, Nr. 6 Buchstabe b) als Anspruchsvoraussetzungen geregelt. Auch schwerst Hirngeschädigte, die nicht sehen können, haben Anspruch auf Blindengeld (Urteil des Bundessozialgerichts vom 11. August 2015, Az. B 9 BL 1/14 R).


 

Taubblindheit

Definition Taubblindheit

Taubblind ist ein blinder Mensch

  1. mit vollständigem Hörverlust oder
     
  2. an Taubheit grenzender Schwerhörigkeit. Eine an Taubheit grenzende Schwerhörigkeit liegt bei einem Hörverlust von mindestens 80 Prozent vor.
     

Vorübergehende Seh- oder Hörstörungen sind nicht zu berücksichtigen. Als vorübergehend gilt ein Zeitraum von bis zu sechs Monaten.

 

Ein behindertes Mädchen spielt mit Malfarben. Die Hände und Finger sind bunt, auch die Nasenspitze. Das Mädchen mit Down-Syndrom lacht in die Kamera.
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