Fragen zur Berechnung

Aus welchem Erwerbseinkommen vor der Geburt wird Elterngeld berechnet?

Für die Berechnung des Elterngeldes werden folgende Einkommensarten im Sinne des Einkommensteuergesetzes berücksichtigt:

Einkünfte aus

  • nichtselbständiger Arbeit
  •  Land- und Forstwirtschaft, Gewerbebetrieb, selbständiger Arbeit (Gewinneinkünfte)

Berücksichtigt wird nur Einkommen, das

  • in Deutschland,
  • in einem anderen Mitgliedstaat der EU,
  • im Europäischen Wirtschaftsraum,
  • in der Schweiz

zu versteuern ist.

Ausländisches Einkommen, das in anderen Staaten versteuert wird oder keiner Besteuerung unterliegt, wird nicht berücksichtigt.
 

Aus welchem Zeitraum wird das Einkommen zur Berechnung des Elterngeldes herangezogen?

Der Bemessungszeitraum umfasst in der Regel zwölf Monate vor Geburt des Kindes. Einkünfte aus Erwerbstätigkeit, die der Elternteil in diesem Zeitraum hat, sind die Grundlage für die Berechnung des Elterngeldes.

Wie wird der Bemessungszeitraum allgemein ermittelt?

Die Bestimmung des Bemessungszeitraums richtet sich für jeden Elternteil gesondert nach der Art des Einkommens vor der Geburt des Kindes. Unterschieden wird dabei nach

  • Einkommen aus nichtselbständiger Arbeit (Lohn und Gehalt),
  • Gewinneinkünften,
  • Einkommen aus nichtselbständiger Arbeit und Gewinneinkünften (Mischeinkünften).
     

Wie bestimmt sich der Bemessungszeitraum bei Einkommen aus nichtselbständiger Arbeit?

Der Elternteil hat in den zwölf Kalendermonaten und im Kalenderjahr vor der Geburt des Kindes ausschließlich Einkommen aus nichtselbständiger Arbeit:

► Es sind grundsätzlich die zwölf Kalendermonate vor
     dem Monat der Geburt
des Kindes maßgeblich
     (Zwölfmonatszeitraum).

Kalendermonate, in denen ein Ausklammerungstatbestand vorgelegen hat, werden nicht berücksichtigt.

Was sind Ausklammerungstatbestände?

Ausklammerungstatbestände sind:

  • Bezug von Mutterschaftsgeld
  • Bezug von BasisElterngeld, ElterngeldPlus sowie Partnerschaftsbonus für ein älteres Kind bis zum 14. Lebensmonat
  • Bezug von Elterngeld für Geburten bis 30.06.2015 (ohne Verlängerungsoption)
  • Kalendermonate, in denen die berechtigte Person eine Krankheit hatte, die maßgeblich durch eine Schwangerschaft bedingt war
  • Einkommensverlust wegen einer maßgeblich auf die Schwangerschaft zurückzuführenden Erkrankung
  • Beschäftigungsverbot nach § 3 des Mutterschutzgesetzes (Sechswochenfrist vor der Geburt des Kindes)
  • Beschäftigungsverbot nach § 3 des Mutterschutzgesetzes (Schutzfrist nach der Geburt eines älteren Kindes)

Monate mit Ausklammerungstatbeständen werden durch die entsprechende Anzahl von Kalendermonaten vor dem ursprünglichen Zwölfmonatszeitraum ersetzt.

Beispiel:

  • Geburt des Kindes am 10.07.2017
  • ursprünglicher Zwölfmonatszeitraum 01.07.2016 bis 30.06.2017
  • Mutterschaftsgeld vor Geburt ab 29.05.2017
  • ausgeklammerte Monate  Mai 2017 und Juni 2017

⇒ maßgeblicher Bemessungszeitraum 01.05.2016 bis 30.04.2017.

Ausnahmsweise kann sich die Ausklammerung auf die Höhe des Elterngeldes nachteilig auswirken.

 

Wie bestimmt sich der Bemessungszeitraum bei Gewinneinkünften?

Der Elternteil hat im Kalenderjahr und/oder im Zwölfmonatszeitraum vor der Geburt (gegebenenfalls nur zeitweise) ausschließlich Gewinneinkünfte (positiv, null oder negativ).

► Maßgeblich ist grundsätzlich das Kalenderjahr
     vor der Geburt
des Kindes oder gegebenenfalls
     das abweichende Wirtschaftsjahr.

Hat in diesem Zeitraum mindestens einer der folgenden Verschiebetatbestände vorgelegen, so kann der Bemessungszeitraum auf das davor liegende Kalenderjahr verschoben werden.

Was sind Verschiebetatbestände?

Verschiebetatbestände sind:

  • Bezug von Mutterschaftsgeld
  • Bezug von BasisElterngeld und ElterngeldPlus sowie Partnerschaftsbonus für ein älteres Kind bis zum 14. Lebensmonat
  • Bezug von Elterngeld für Geburten bis 30.06.2015 (ohne Verlängerungsoption)
  • Kalendermonate, in denen die berechtigte Person eine Krankheit hatte, die maßgeblich durch eine Schwangerschaft bedingt war

Die Verschiebung erfolgt nur auf schriftlichen Antrag.
Es werden immer nur volle Kalenderjahre verschoben.

Beispiel:

  • Geburt des Kindes am 10.07.2017
  • Gewinneinkünfte bis 30.06.2016

⇒ Bemessungszeitraum ist grundsätzlich das Kalenderjahr 2016.

Oder:
Gewinneinkünfte ab 01.01.2017.
⇒ Bemessungszeitraum ist auch hier das Kalenderjahr 2016.
Es ist unerheblich, dass im Kalenderjahr 2016 noch keine Gewinneinkünfte vorhanden waren.

Variante 1:

  • Gewinneinkünfte von März 2016 bis Januar 2017
  • Einkommensverlust der berechtigten Person aufgrund einer Krankheit, die maßgeblich durch eine Schwangerschaftwegen bedingt war vom 01.09.2016 bis 20.10.2016
  • Verschiebung wird beantragt

⇒ neuer Bemessungszeitraum ist das Kalenderjahr 2015.

Variante 2:

  • wie Variante 1
  • zusätzlich Elterngeldbezug für ein älteres Kind im Kalenderjahr 2015
  • Verschiebung wird für beide Verschiebetatbestände beantragt.

⇒ neuer Bemessungszeitraum ist das Kalenderjahr 2014.

Wie bestimmt sich der Bemessungszeitraum bei Mischeinkünften?

Ein Elternteil hat im Zwölfmonatszeitraum oder im Kalenderjahr vor der Geburt Gewinneinkünfte (positiv, null oder negativ) und Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit (gleichzeitig oder nacheinander).

► Maßgeblich ist grundsätzlich das Kalenderjahr
     
vor der Geburt des Kindes oder gegebenenfalls
     das abweichende Wirtschaftsjahr für alle Einkunftsarten.

Die Ausführungen zu den Verschiebetatbeständen gelten hier entsprechend.

Durch die Verschiebung ergibt sich ein neuer Bemessungszeitraum. Es werden immer nur die Einkünfte aus dem neuen Bemessungszeitraum berücksichtigt.

Beispiel:

  • Geburt des Kindes am 10.07.2017
  • Gewinneinkünfte vom 01.01.2017 bis 05.02.2017
  • Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit vom 01.03.2016 bis 31.12.2016

⇒ Bemessungszeitraum ist wegen der Gewinneinkünfte grundsätzlich das Kalenderjahr 2016.

Im Kalenderjahr 2016 hat der Elternteil noch keine Gewinneinkünfte. Bei der Berechnung des Elterngeldes können deshalb nur Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit berücksichtigt werden.

Variante:
Einkommensverlust wegen einer Erkrankung, die maßgeblich durch eine Schwangerschaft bedingt war, im Zeitraum vom 01.09.2016 bis 20.10.2016.
Durch einen Vergleich des berücksichtigungsfähigen Einkommens aus den Kalenderjahren 2016 und 2015 kann der Elternteil prüfen, ob eine Verschiebung auf das Kalenderjahr 2015 sinnvoll ist.

Wie wirken sich Monate mit Elternzeit ohne Elterngeldbezug aus?

Elternzeit ohne Elterngeldbezug führt nicht zu einer Ausklammerung oder Verschiebung (Urteile des Bundessozialgerichts vom 19.02.2009; Aktenzeichen B 10 EG 1/08 R und B 10 EG 2/08 R).

Wie wird das BasisElterngeld berechnet (einzelne Berechnungsschritte)?

Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit

Berücksichtigt wird sowohl das laufend als auch das pauschal versteuerte monatliche Bruttoeinkommen aus nichtselbständiger Arbeit im maßgeblichen Bemessungszeitraum. Hiervon wird ein monatlicher Arbeitnehmer-Pauschbetrag in Höhe von 83,33 Euro abgezogen. Die verbleibenden Beträge werden addiert und anschließend durch zwölf geteilt.
Dies gilt auch, wenn der Elternteil in einem Monat kein Einkommen hat.

Das Ergebnis wird als Elterngeld-Brutto bezeichnet.

Das zustehende Elterngeld errechnet sich jedoch aus dem Elterngeld-Netto.

Es wird nach elterngeldrechtlichen Vorgaben ermittelt. Deshalb ist es nicht identisch mit dem in den Gehaltsbescheinigungen ausgewiesenen Nettobetrag. Steuerfreie und steuerlich als sonstige Bezüge (beispielsweise Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld) behandelte Gehaltsbestandteile werden nicht berücksichtigt.

Das Elterngeld-Netto ergibt sich durch einen pauschalierten Abzug von Arbeitnehmer-Pauschbetrag, Steuern und Sozialabgaben vom Elterngeld-Brutto.

Das ZBFS kann die voraussichtliche Höhe Ihres Elterngeldes nicht vorab berechnen. Hierfür steht Ihnen ein Elterngeldrechner zur Verfügung.

Wie wird der Pauschalabzug für Steuern vorgenommen?

Es werden Abzüge vorgenommen  für:

  • Einkommensteuer
  • Solidaritätszuschlag
  • Kirchensteuer

Die Beträge werden anhand des steuerlichen Programmablaufplans für die maschinelle Berechnung der vom Arbeitslohn einzubehaltenden Steuern berechnet. Maßgeblich ist jeweils der am 1. Januar des Kalenderjahres vor der Geburt gültige Programmablaufplan. Die hierfür erforderlichen Abzugsmerkmale werden den Lohn- und Gehaltsabrechnungen entnommen.

Abzugsmerkmale ergeben sich aus:

  • der Steuerklasse, gegebenenfalls mit Faktor
  • der Kirchensteuerpflicht
  • der Anzahl der Freibeträge für Kinder
  • der Rentenversicherungspflicht (für die Bestimmung der Vorsorgepauschale)

Wie wird der Pauschalabzug für Sozialabgaben vorgenommen?

Abzüge für Sozialabgaben sind die Pflichtbeiträge zur gesetzlichen

  • Kranken- und Pflegeversicherung
  • Rentenversicherung (einschließlich berufsständischer Organisationen)
  • Arbeitslosenversicherung

Der Abzug für Sozialabgaben wird nur vorgenommen, wenn im jeweiligen Versicherungszweig eine Pflichtversicherung besteht. Für freiwillig oder privat Krankenversicherte erfolgt deshalb kein Beitragsabzug zur Kranken- und Pflegeversicherung.

Die Versicherungspflicht ergibt sich aus der Art der Besteuerung. Die Abzugsmerkmale werden aus den Lohn- und Gehaltsabrechnungen entnommen.

Die Höhe der Beitragssätze wurde elterngeldrechtlich festgesetzt auf

  • 9 Prozent für Kranken- und Pflegeversicherung
  • 10 Prozent für Rentenversicherung
  • 2 Prozent für Arbeitslosenversicherung

Abzüge für Sozialabgaben werden nicht vorgenommen für Einnahmen aus

  • geringfügiger Beschäftigung (Minijob)
  • geringfügiger Beschäftigung in Privathaushalten
  • einem Berufsausbildungsverhältnis bis zu einem
    Betrag von 325 Euro monatlich
  • einem freiwilligen sozialen oder ökologischen Jahr
  • dem Bundesfreiwilligendienst nach dem Bundesfreiwilligendienstgesetz

Was sind Abzugsmerkmale?

Der pauschalierte Abzug von Steuern und Sozialabgaben wird anhand von Abzugsmerkmalen bestimmt.

Diese sind

für Steuern:

  • die Steuerklasse, gegebenenfalls mit Faktor
  • die Kirchensteuerpflicht
  • die Anzahl der Freibeträge für Kinder
  • die Rentenversicherungspflicht (für die Bestimmung der Vorsorgepauschale)

für Sozialabgaben: Versicherungspflicht in

  •  Kranken- und Pflegeversicherung
  •  Rentenversicherung (einschließlich berufsständischer  Organisationen)
  •  Arbeitslosenversicherung

Für die Ermittlung der Abzugsmerkmale werden nur Monate berücksichtigt, in denen steuer- bzw. sozialversicherungspflichtige Einkünfte vorgelegen haben.
 

Wie wirkt sich die Änderung von Abzugsmerkmalen im Bemessungszeitraum aus?

Für die Berechnung des Elterngeldes wird jeweils das Abzugsmerkmal berücksichtigt, das in der überwiegenden Zahl der Kalendermonate im Bemessungszeitraum vorgelegen hat. Ein rechtzeitiger Wechsel in eine günstigere Steuerklasse kann sich positiv auf die Höhe des Elterngeldes auswirken.

Beispiel:

  • Bemessungszeitraum: Februar 2016 bis Januar 2017
  • Februar 2016 bis August 2017 (= sieben Monate) Steuerklasse I
  • September 2016 bis Januar 2017 (= fünf Monate) Steuerklasse III

⇒ Der Steuerabzug richtet sich einheitlich nach Steuerklasse I.

Welches Abzugsmerkmal gilt bei gleicher Anzahl?

Liegt im Bemessungszeitraum ein geändertes Abzugsmerkmal jeweils in der gleichen Anzahl von Kalendermonaten vor, gilt:

Für die Berechnung des Elterngeldes wird das Abzugsmerkmal berücksichtigt, das im letzten Kalendermonat des Bemessungszeitraums vorgelegen hat.

Beispiel:

  • Bemessungszeitraum: Februar 2016 bis Januar 2017
  • Februar 2016 bis Juli 2016 (= sechs Monate) Steuerklasse I
  • August 2016 bis Januar 2017 (= sechs Monate) Steuerklasse III

⇒ Der Steuerabzug richtet sich einheitlich nach Steuerklasse III.

Die Regelung gilt für alle Abzugsmerkmale zum Abzug von Steuern und Sozialabgaben.

Wie wird das Elterngeld bei Gewinneinkünften berechnet?

Grundlage ist der im Steuerbescheid für das maßgebliche Kalenderjahr ausgewiesene Gewinn.
Negative Einkünfte (Verlust) werden mit 0 Euro angesetzt.

Beispiel:
Der Elternteil hat Einkünfte aus Gewerbe und aus Land- und Forstwirtschaft. Aus Gewerbe resultiert ein Jahresgewinn von 10.000 Euro. Aus Land- und Forstwirtschaft ergibt sich gleichzeitig ein Verlust von 1.000 Euro.
⇒ Für die Berechnung des Elterngeldes werden 10.000 Euro aus Gewerbe berücksichtigt. Der Verlust aus Land- und Forstwirtschaft wird mit 0 Euro angesetzt.

Positive Einkünfte einer Einkommensart werden mit negativen Einkünften einer anderen Einkunftsart nicht verrechnet.

Der steuerliche Gewinn aus dem maßgeblichen Kalenderjahr wird durch zwölf geteilt. Es ergibt sich das Elterngeld-Brutto.

Der Steuerabzug richtet sich bei Gewinneinkünften grundsätzlich nach der Steuerklasse IV.

Ein Abzug für Sozialabgaben wird nur vorgenommen, wenn der Elternteil aufgrund der Tätigkeit versicherungspflichtig in der gesetzlichen Sozialversicherung beziehungsweise in einem berufsständischen Versorgungswerk ist.

Durch den Abzug von Steuern und gegebenenfalls Sozialabgaben errechnet sich das Elterngeld-Netto.

Wie wird das Elterngeld bei Mischeinkünften (Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit und Gewinneinkünfte) berechnet?

Bei Mischeinkünften wird

  • der Gewinn laut Steuerbescheid und
  • der Jahresbetrag des Elterngeld-Bruttos aus nichtselbständiger Arbeit

aus dem maßgeblichen Kalenderjahr addiert.

Die Summe wird durch zwölf geteilt. Es errechnet sich das maßgebliche Elterngeld-Brutto.

Von diesem Betrag werden zur Berechnung des Elterngeld-Nettos die Abzüge für Steuern und Sozialabgaben vorgenommen.

Für den Steuerabzug gilt:
Bei Mischeinkünften wird die Steuerklasse gesondert ermittelt:

  • Ist der Gewinn höher als das Elterngeld-Brutto aus nichtselbständiger Arbeit, erfolgt der Steuerabzug nach Steuerklasse IV.
  • Ist der Gewinn niedriger als das Elterngeld-Brutto aus nichtselbständiger Arbeit, erfolgt der Steuerabzug nach der für die Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit zutreffenden Steuerklasse.

Die so ermittelte Steuerklasse gilt für alle Einkunftsarten.

Abzüge für Sozialabgaben werden nur vorgenommen, wenn Versicherungspflicht in der gesetzlichen Sozialversicherung oder einer vergleichbaren Einrichtung besteht.

Vergleichbare Einrichtungen sind beispielsweise:

  •  Künstlersozialkasse
  •  Ärzte-, Apotheker-, Architektenkammer
  •  Bayer. Rechtsanwalts- und Steuerberaterversorgung
     

Nach welchem Prozentsatz errechnet sich das Elterngeld?

Das Elterngeld beträgt grundsätzlich 67 Prozent (= Ersatzrate) des monatlichen Elterngeld-Nettos.

Bei einem durchschnittlichen Elterngeld-Netto von mehr als 1.200 Euro sinkt die Ersatzrate schrittweise von 67 Prozent auf 65 Prozent.

Bei einem Elterngeld-Netto von weniger als 1.000 Euro wird die Ersatzrate schrittweise auf bis zu 100 Prozent angehoben.

Die Berechnung der höheren Ersatzrate erfolgt nach folgender Formel:
(1.000 – Elterngeld-Netto) : 2 x 0,1 + 67 % = Ersatzrate

Beispiel:

  • Eltergeld-Netto 600 Euro
  • Differenz zu 1.000 Euro = 400 Euro
  • geteilt durch 2 = 200 Euro
  • 200 * 0,1 % (= 20 %)
  • Ersatzrate (67 % + 20 %) = 87 %

⇒ zustehendes Elterngeld 87 % von 600 Euro = 522 Euro (statt 67 % von 600 Euro = 402 Euro).

 

Wie wirken sich Mutterschaftsleistungen auf das Elterngeld aus?

Auf das Elterngeld werden folgende Mutterschaftsleistungen angerechnet:

  • das ab Geburt laufend zu zahlende Mutterschaftsgeld
  • der Arbeitgeberzuschuss zum Mutterschaftsgeld
  • die Dienst- und Anwärterbezüge nach beamtenrechtlichen Bestimmungen
  • vergleichbare Leistungen, die im Ausland in Anspruch genommen werden

Die Anrechnung erfolgt kalendertäglich.

Beispiel:

  • Geburt am 10.07.2017
  • Mutterschaftsgeld und Arbeitgeberzuschuss vom 10.07.2017 bis 04.09.2017
  • Die Mutter beantragt Elterngeld vom 10.07.2017 bis 09.07.2018 (Lebensmonate 01 bis 12).
    Wegen der taggenauen Anrechnung des Mutterschaftsgeldes und des Arbeitgeberzuschusses kann Elterngeld vom 05.09.2017 bis 09.07.2018 gezahlt werden. Es verbleibt eine Restzahlung für 5 Tage im zweiten Lebensmonat.

Vom Bundesversicherungsamt nach § 19 Abs. 2 MuSchG gezahltes Mutterschaftsgeld oder das Krankentagegeld nach § 192 Abs. 2 VVG werden nicht angerechnet.

Lebensmonate des Kindes, in denen einem Elternteil anzurechnende Leistungen oder Krankentagegeld während der Mutterschutzfristen zustehen, gelten als BasisElterngeld-Monate. ElterngeldPlus kann für diese Monate nicht beansprucht werden.

Das Mutterschaftsgeld wird nicht auf das Elterngeld des Vaters angerechnet.

Werden Entgeltersatzleistungen vor der Geburt bei der Berechnung des Elterngeld-Nettos berücksichtigt?

Entgeltersatzleistungen vor der Geburt, wie beispielsweise

  • Arbeitslosengeld I
  • Krankengeld
  • Streikgeld
  • Insolvenzgeld

werden zur Ermittlung des Elterngeld-Nettos nicht herangezogen. Es wird nur Erwerbseinkommen berücksichtigt.

Entsprechende Entscheidungen des Bundessozialgerichts wurden am 17.02.2011 (Aktenzeichen B 10 EG 21/09 R; B 10 EG 20/09 R; B 10 EG 17/09 R) und am 21.02.2013 (Aktenzeichen B 10 EG 12/12) getroffen.
 

Ist die Ausübung einer Teilzeittätigkeit während des Bezugs von Elterngeld (Bezugszeitraum) möglich?

Die Ausübung einer Teilzeittätigkeit während des Bezugszeitraums ist zulässig. Die wöchentliche Arbeitszeit darf im Lebensmonat des Kindes 30 Stunden durchschnittlich nicht übersteigen. Bei einer Erwerbstätigkeit von mehr als 30 Wochenstunden besteht kein Anspruch auf Elterngeld.
Dies gilt für alle Leistungsarten des Elterngeldes.

Für den Bezug des Partnerschaftsbonus ist die Ausübung einer Erwerbstätigkeit von 25 bis 30 Wochenstunden Anspruchsvoraussetzung.

Wie wirkt sich das Teilzeiteinkommen im Bezugszeitraum aus?

Einkommen aus Erwerbstätigkeit während des Bezugszeitraums mindert das Elterngeld. Für die Berechnung des Elterngeldes bei Einkommen aus Erwerbstätigkeit im Bezugszeitraum gilt:

(Elterngeld-Netto im maßgeblichen Bemessungszeitraum – Elterngeld-Netto im Bezugszeitraum) x Ersatzrate = zustehendes Elterngeld
 
Das Elterngeld-Netto im maßgeblichen Bemessungszeitraum ist auf maximal 2.770 Euro begrenzt.

Beispiel:

  • Elterngeld-Netto im Bemessungszeitraum 3.500 Euro
  • Begrenzung auf 2.770 Euro
  • Elterngeld-Netto aus Teilzeittätigkeit 1.200 Euro
  • im Bezugszeitraum: Differenz 1.570 Euro
  • davon 65 % = 1.020,50 Euro
     

Die Berechnung des ElterngeldPlus erfolgt zunächst wie die Berechnung des BasisElterngeldes. Der Zahlbetrag ist jedoch auf die Hälfte des Betrages begrenzt, der sich bei der Berechnung von BasisElterngeld ohne Teilzeiteinkommen ergibt (Deckelungsbetrag).

Beispiel:

  • Elterngeld-Netto im Bemessungszeitraum: 2.400 Euro
  • BasisElterngeld ohne Teilzeittätigkeit: 1.560 Euro (2.400 Euro x 65 %)
  • Deckelungsbetrag: 780 Euro (1.560 Euro : 2)
  • Elterngeld-Netto aus Teilzeittätigkeit: 900 Euro
  • Differenz: 1.500 Euro (2.400 Euro – 900 Euro)
  • davon 65 % = 975 Euro BasisElterngeld
  • Vergleichsrechnung:
    - BasisElterngeld mit Teilzeit: 975 Euro
    - ElterngeldPlus mit Teilzeit: 780 Euro (Deckelung), jedoch doppelte Bezugsdauer im Vergleich zum BasisElterngeld
     

Auf den Mindestbetrag des Elterngeldes wird kein Einkommen angerechnet. Bei Anrechnung von Einkommen aus Teilzeittätigkeit während des Bezugszeitraums stehen immer mindestens 300 Euro BasisElterngeld bzw. 150 Euro ElterngeldPlus zu.

Welche Auswirkungen auf das Elterngeld kann eine Erhöhung der wöchentlichen Arbeitszeit im Bezugszeitraum haben?

Bei der Anrechnung des Teilzeiteinkommens erfolgt eine durchschnittliche Berechnung getrennt nach BasisElterngeld-Monaten und nach ElterngeldPlus-Monaten.

Wird beispielsweise während der ElterngeldPlus-Monate eine Teilzeittätigkeit ausgeübt, erhalten Sie in jedem Lebensmonat mit ElterngeldPlus den gleichen Betrag. Wenn Sie daher mehrere Monate mit 20 Wochenstunden im Durchschnitt des Lebensmonats erwerbstätig sind und in anderen mit 25 Wochenstunden, wird in allen ElterngeldPlus-Monaten der gleiche Betrag angerechnet. Dies ist besonders zu beachten, wenn der Bezug von ElterngeldPlus mit Partnerschaftsbonus hinzukommt.

(Partnerschafts-)Bonusmonate sind ElterngeldPlus-Monate.

Wie berechnet sich das Elterngeld-Netto im Bezugszeitraum?

Das Elterngeld-Netto im Bezugszeitraum wird berechnet wie das Elterngeld-Netto im Bemessungszeitraum.

Die für den Bemessungszeitraum festgelegten Abzugsmerkmale gelten auch für den Bezugszeitraum. So bleibt beispielsweise eine Änderung der Steuerklasse ab Geburt des Kindes unberücksichtigt.

Bei Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit im Bezugszeitraum wird der Arbeitnehmer-Pauschbetrag pro Lebensmonat abgezogen. Ein nach Kalendermonaten bezahltes Gehalt wird auf die Lebensmonate taggenau umgerechnet.

Auf welcher Basis wird das Teilzeiteinkommen im Bezugszeitraum vorläufig bestimmt?

Bei Aufnahme einer Teilzeittätigkeit steht das zu erwartende Einkommen in der Regel noch nicht genau fest. Das Einkommen wird deshalb auf der Basis einer Prognose ermittelt und Elterngeld vorläufig gezahlt. Als Grundlage der Prognose können dienen: geänderter Arbeitsvertrag, letzte Gehaltsmitteilung, eigene Einschätzung. Nach Ablauf des Bezugszeitraums wird das tatsächliche Einkommen festgestellt. Anschließend erfolgt die endgültige Berechnung des BasisElterngeldes bzw. des ElterngeldPlus.

Bei Gewinneinkünften im Bezugszeitraum ist für die vorläufige Berechnung eine Prognose des voraussichtlichen Gewinns erforderlich. Für die endgültige Berechnung ist eine Gewinnermittlung für den Bezugszeitraum nach Lebensmonaten durchzuführen.

Beispiel:

  • Kind geboren am 10.07.2017
  • Elterngeldbezug vom 10.10.2017 bis 09.01.2018

Die Gewinnermittlung muss für die Zeit vom 10.10.2017 bis 09.01.2018 erfolgen.

Für die Gewinnermittlung wird von den Einnahmen im Bezugszeitraum für die Ausgaben elterngeldrechtlich eine Pauschale abgezogen. Sie beträgt 25 Prozent der Einnahmen. Der Elternteil hat alle Einnahmen anzugeben, die steuerlich im Bezugszeitraum zugeflossen oder realisiert worden sind.

Auf Antrag werden die tatsächlichen Betriebsausgaben berücksichtigt. In diesem Fall ist eine Gewinnermittlung vorzulegen, die mindestens den Anforderungen des § 4 Abs. 3 Einkommensteuergesetz entspricht. Eine betriebswirtschaftliche Auswertung genügt nicht.

Es besteht eine Verpflichtung zur Vorlage der entsprechenden Unterlagen. Werden die Nachweise nicht erbracht, wird das Elterngeld zurückgefordert. Daneben kann ein Bußgeldverfahren eingeleitet werden.

Zu wenig gezahltes Elterngeld wird nachgezahlt. Zuviel gezahltes Elterngeld ist vom Elterngeldberechtigten zu erstatten, insoweit besteht kein Vertrauensschutz.

Wirkt sich der Bezug von Entgeltersatzleistungen im Bezugszeitraum auf die Höhe des Elterngeldes aus?

Entgeltersatzleistungen, die der Elternteil im Bezugszeitraum des Elterngeldes erhält, werden angerechnet. Sie mindern das zustehende Elterngeld.

Anzurechnende Entgeltersatzleistungen sind beispielsweise:

  • Arbeitslosengeld I
  • Insolvenzgeld
  • Kurzarbeitergeld
  • Streikgeld
  • Gründungszuschuss
  • Krankengeld
  • Krankentagegeld aus einer privaten Krankenversicherung (außerhalb der Mutterschutzfristen)
  • Erwerbsminderungsrente
  • Verletztengeld
  • Verletztenrente
  • Versorgungskrankengeld
  • Elterngeld für ein älteres Kind.
     

Hier bleiben 300 Euro bzw. 150 Euro bei ElterngeldPlus-Bezug monatlich anrechnungsfrei.

Wie wird das ElterngeldPlus berechnet?

Beim BasisElterngeld kann ein Elternteil 12 Monate lang grundsätzlich 65 Prozent des vorherigen Einkommens nach der Geburt des Kindes erhalten. Mit den ElterngeldPlus-Monaten kann der Berechtigte während der Teilzeittätigkeit doppelt so lange bei Vorliegen der Anspruchsvoraussetzungen die Förderung durch das Elterngeld nutzen. Aus einem BasisElterngeld-Monat werden zwei ElterngeldPlus-Monate. Das ElterngeldPlus beträgt maximal die Hälfte des BasisElterngeldes, das dem Berechtigten ohne Teilzeiteinkommen nach der Geburt zustünde.
ElterngeldPlus kann auch dann gezahlt werden, wenn keine Teilzeittätigkeit ausgeübt wird.


Beispiel:

  • Elterngeld-Netto im Bemessungszeitraum: 2.400 Euro
  • BasisElterngeld ohne Teilzeittätigkeit: 1.560 Euro (2.400 Euro x 65 %)
  • Deckelungsbetrag: 780 Euro (1.560 Euro : 2)
  • Elterngeld-Netto aus Teilzeittätigkeit: 900 Euro
  • Differenz: 1.500 Euro (2.400 Euro – 900 Euro)
  • davon 65 % = 975 Euro BasisElterngeld
  • Vergleichsrechnung:
    - BasisElterngeld mit Teilzeit: 975 Euro
    - ElterngeldPlus mit Teilzeit: 780 Euro (Deckelung), jedoch doppelte Bezugsdauer im Vergleich zum BasisElterngeld

 

Partnerschaftsbonus-Monate sind ElterngeldPlus-Monate. Die Höhe des Elterngeldes in einem Partnerschaftsbonus-Monat wird genauso berechnet wie in einem ElterngeldPlus-Monat.

Das ZBFS kann die voraussichtliche Höhe Ihres Elterngeldes nicht vorab berechnen. Hierfür steht Ihnen ein Elterngeldrechner zur Verfügung.

Beeinflusst die Steuerklasse die Höhe des Elterngeldes?

Ja. Denn für die Berechnung ausschlaggebend ist die zeitlich überwiegende Steuerklasse, bei Gleichstand die zuletzt Gültige. Wer durch den Wechsel der Steuerklasse Einfluss nehmen will, muss dies also rechtzeitig tun.