Familienerholung

Urlaubszeit ist die schönste Zeit. Ein gemeinsamer Familienurlaub trägt neben der gesundheitlichen Erholung wesentlich zur Verbesserung des Familienklimas bei und schafft somit eine Grundlage zur Bewältigung des Familienalltages. Um Familien mit Kindern, die sich aus finanziellen Gründen keinen gemeinsamen Urlaub leisten könnten, ein paar unbeschwerte Tage in einer familienfreundlichen Familienferienstätte zu ermöglichen, gewährt der Freistaat Bayern Zuwendungen für die Familienerholung aus Haushaltsmitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales im Wege der Projektförderung. Die Zuschüsse sind eine freiwillige Leistung des Freistaates Bayern im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel. Ein Rechtsanspruch auf die Förderung besteht nicht.

Es werden nur Familienurlaube gefördert, für die zum Zeitpunkt der Antragstellung noch keine Buchung bei der Familienferienstätte erfolgt ist. Eine unverbindliche Reservierung der Familienferienstätte ist zulässig, eine Buchung darf jedoch erst nach Bestätigung durch das Zentrum Bayern Familie und Soziales (ZBFS) über den Eingang des Antrags erfolgen.

Im Zuge des Neuabschlusses der Rahmenvereinbarung zwischen den Spitzenverbänden der Freien Wohlfahrtspflege und dem Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales vom 31.10.2019 wurden deutliche Verbesserungen bei der Förderung der Familienerholung in Familienferienstätten (FF) umgesetzt. Hier die Wichtigsten für Sie im Überblick:

Höhere Einkommensgrenzen

  • für alleinerziehende Eltern mit einem Kind       21.000 €
  • für beide Eltern mit einem Kind                        21.500 €

Bei Familien, die Anspruch auf Kinderzuschlag und/oder Wohngeld haben, gelten die Einkommensvoraussetzungen für die Förderung als erfüllt (bisher war dies nur bei Bezug von Arbeitslosengeld II oder Sozialhilfe der Fall).

Höhere Fördersätze pro Verpflegungstag

  • für jedes berücksichtigungsfähige Kind und
    jeden berücksichtigungsfähigen erwachsenen Teilnehmer             bis zu 17 €
  • für jedes berücksichtigungsfähige Kind, das nicht nur
    vorübergehend körperlich, geistig oder seelisch behindert ist         bis zu 22 €

Höhe der Förderung

Es sind künftig nur die Ausgaben der Unterbringung in der Familienferienstätte förderfähig (ohne Fahrtkosten, Eintritte, etc.). Im Antrag sind die voraussichtlichen Ausgaben für die Unterbringung anzugeben und anzukreuzen, ob diese nur die Übernachtung ohne Verpflegung, Übernachtung mit Frühstück, mit Halbpension oder Vollpension beinhalten.

Soweit die Ausgaben für die Unterbringung nicht mindestens Halbpension beinhalten, wird vom ZBFS bei den zuwendungsfähigen Ausgaben zusätzlich eine Pauschale von 13 € pro Person und Verpflegungstag für den Verpflegungsaufwand angesetzt.

Die Förderung beträgt maximal 90% dieser Ausgaben, abzüglich einer etwaigen Kostenbeteiligung anderer Stellen, höchstens 17 € bzw. 22 € pro Person und Verpflegungstag.

Zum Nachweis der Ausgaben für die Unterbringung in der Familienferienstätte ist dem ZBFS nach dem Urlaub eine Erklärung über die Höhe dieser Ausgaben und eine etwaige Kostenbeteiligung anderer Stellen zusammen mit der Rechnung und der Teilnahmebestätigung der Familienferienstätte vorzulegen.

Das Sammeln von weiteren Belegen für die Ausgaben des Familienurlaubs ist künftig nicht mehr erforderlich. Es muss nur die Rechnung der Familienferienstätte vorgelegt werden. Die Vorlage einer Kopie genügt. Die Originalrechnung wird nur auf Verlangen zurückgesandt.

Förderfähige Familienferienstätten

Die Regelung, dass Familienferienstätten (FF) außerhalb Bayerns nur während der bayerischen Schulferien förderfähig sind, entfällt. Es können künftig Familienurlaub in allen im Verzeichnis der Familienferienstätten (siehe Unterlagen und Ansprechpartner) aufgeführten FF ganzjährig gefördert werden.

Welche Anspruchsvoraussetzungen müssen erfüllt sein?

  • Eine staatliche Förderung kann nur erfolgen, wenn der Förderantrag vor Buchung der Familienferienstätte beim Zentrum Bayern Familie und Soziales (ZBFS) eingeht. Eine Buchung darf zudem erst nach Bestätigung des ZBFS über den Eingang des Antrags erfolgen.
    Der Antrag soll grundsätzlich mindestens drei Wochen vor Antritt des Familienurlaubs gestellt werden.
  • Der Hauptwohnsitz der Familie ist in Bayern.
  • Es handelt sich um einen gemeinsamen Familienurlaub von Familien mit Kindern, für die Kindergeld bezogen wird. Familien sind nach der Rahmenvereinbarung Eltern, Elternteile, Pflegeeltern, allein erziehende Mütter und Väter und ihre Kinder, für die sie Kindergeld beziehen. Ein getrennt lebender Elternteil, der mit seinen Kindern in den Urlaub fahren möchte, für die der andere Elternteil aber das Kindergeld bezieht, kann grundsätzlich auch für sich und die Kinder die Förderung erhalten. Das gleiche gilt für sogenannte Patchworkfamilien. Großeltern, die mit ihren Enkelkindern verreisen, können dann eine Förderung erhalten, wenn die Eltern aus einem wichtigen Grund nicht am Familienurlaub teilnehmen können. Ein wichtiger Grund ist zum Beispiel eine schwere Erkrankung der Eltern. Kein Ausnahmefall ist es, wenn die Eltern arbeiten müssen und keinen Urlaub nehmen können. Eine Förderung für die Großeltern ist auch dann nicht möglich, wenn ein Elternteil am Familienurlaub teilnimmt. Leben die Enkelkinder bei den Großeltern und beziehen diese auch das Kindergeld für die Enkel können die Großeltern eine Förderung beantragen. Urlaube von Eltern ohne ihre Kinder, bzw. Kinder ohne Eltern werden nicht gefördert.
  • Gefördert wird ein Familienurlaub in einer Familienferienstätte. Familienferienstätten im Sinne der Rahmenvereinbarung sind die im nachstehenden Verzeichnis (siehe „Unterlagen und Ansprechpartner“) aufgeführten Einrichtungen. Urlaube in Privatunterkünften oder anderen Ferienstätten werden nicht gefördert.
  • Der Familienurlaub muss mindestens sechs Verpflegungstage umfassen, es werden höchstens 14 Verpflegungstage gefördert. Der An- und Abreisetag gelten zusammen als ein Verpflegungstag.
  • Gefördert wird jährlich ein Familienurlaub. Die Höchstförderdauer von 14 Verpflegungstagen kann nicht aufgeteilt werden (z.B. in zwei Urlaube zu je sieben Verpflegungstage). Urlaube, die über den 31. Dezember eines Jahres hinausgehen werden voll im darauffolgenden Kalenderjahr berücksichtigt.
  • Die Familie muss an einem Angebot der Eltern- und Familienbildung teilnehmen.
  • Das Familiennettoeinkommen des vorvergangenen Kalenderjahres liegt unterhalb folgender Einkommensgrenzen: 

◦für allein erziehende Eltern mit einem Kind       21.000 Euro
◦für beide Eltern mit einem Kind                         21.500 Euro
◦für jedes weitere Kind 4.800 Euro.

Es zählen nur die Kinder, für die Kindergeld bezogen wird.
(Beispiel: Die Einkommensgrenze für ein Elternpaar mit zwei Kindern beträgt 21.500 Euro + 4.800 Euro = 26.300 Euro).

Bei Familien, die Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch Zweites Buch (SGB II) Arbeitslosengeld II oder nach dem Sozialgesetzbuch Zwölftes Buch (SGB XII) Sozialhilfe beziehen oder Anspruch auf Kinderzuschlag und/oder Wohngeld haben, gelten die Einkommensvoraussetzungen für die Förderung als erfüllt.

Einkommensermittlung

Berücksichtigt wird die Summe aller positiven Einkünfte des vorvergangenen Jahres im Sinne des § 2 Absatz 1 und 2 Einkommenssteuergesetz (EStG):

Dies sind:

  • der Überschuss der Einnahmen über die Werbungskosten bei Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit, Kapitalvermögen, Vermietung und Verpachtung und bei sonstigen Einkünften (§ 22 EStG)
  • der Gewinn bei Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft, Gewerbebetrieb, selbständiger Arbeit

Abzüglich:

  • 27 Prozent der Einkünfte als Pauschale für Steuer und Sozialabgaben, bzw. 22 Prozent bei versicherungsfreien oder nicht der gesetzlichen Rentenversicherungspflicht unterliegenden Arbeitnehmern (Beamte, Richter, Soldaten, etc.)
  • Unterhaltszahlungen an Kinder, für die die Einkommensgrenze nicht erhöht wurde sowie an sonstige Personen, soweit die Leistungen nach § 10 Absatz 1 Nummer 1 oder § 33a Absatz 1 EStG berücksichtigt werden (an Eltern, geschiedene Ehegatten, etc.)
  • Pauschbetrag entsprechend § 33b Absatz 1 bis 3 EStG wegen der Behinderung eines Kindes, für das die Eltern Kindergeld erhalten, sowie für den Antragsteller und dessen Lebenspartner

Hinzu kommen:

Transferleistungen wie zum Beispiel
Arbeitslosengeld I, Elterngeld sowie Renten aus der gesetzlichen Sozialversicherung, etc.
Verluste in einer Einkunftsart, Freibeträge für Landwirte und Alleinerziehende sowie Verlustvorträge werden nicht berücksichtigt.

Nicht zum Einkommen zählen:

Kindergeld, Kindergeldzuschläge, Bayerisches Familiengeld, Landeserziehungsgeld, Betreuungsgeld, Krippengeld, Wohngeld, Kindesunterhalt, Waisenrenten etc.

Verringerung des Familieneinkommens:

Der Einkommensberechnung wird das durchschnittliche monatliche Nettoeinkommen der sechs vor der Antragstellung liegenden Kalendermonate zugrunde gelegt, wenn der Antragsteller dies unter Darlegung einer gewichtigen Änderung der Lebenssituation (z. B. Verlust des Arbeitsplatzes, Scheidung) beantragt.

Sonderzahlungen werden in dem Kalendermonat berücksichtigt, in dem sie gezahlt werden.

Das für die Förderung maßgebliche Einkommen wird von der Bewilligungsbehörde eigenständig berechnet. Es ist nicht identisch mit dem steuerrechtlichen Nettoeinkommen. Bitte haben Sie Verständnis, dass telefonisch keine fiktiven Einkommensberechnungen durchgeführt werden können.

Welche Unterlagen werden benötigt?

  • Ein aktueller Nachweis des Kindergeldbezuges (zum Beispiel eine Kopie des letzten Kontoauszuges mit Namen des Kontoinhabers oder Bezügemitteilung) - immer erforderlich -
    Auf dem Kontoauszug müssen nur der Name des Kontoinhabers, der Buchungstag des Kindergeldes, der Kindergeldbetrag und als Verwendungszweck des Kindergeld ersichtlich sein. Alle weiteren Daten des Kontoauszugs durfen geschwärzt werden.

und

  • der vollständige Einkommenssteuerbescheid des vorvergangenen Jahres (eine Lohnsteuerbescheinigung allein genügt nicht). Wenn Sie nicht zur Einkommenssteuer veranlagt werden oder ein entsprechender Einkommenssteuerbescheid noch nicht erteilt wurde, wird das anzurechnende Einkommen mit einem entsprechenden Einkommensfragebogen ermittelt (siehe Seite 4 des Antragsvordrucks) oder 
  • ein aktueller Bescheid über Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch Zweites Buch (SGB II) Arbeitslosengeld II bzw. dem Sozialgesetzbuch Zwölftes Buch (SGB XII) Sozialhilfe oder über den Anspruch auf Kinderzuschlag und/oder Wohngeld an Stelle des Steuerbescheides oder Einkommensfragebogens, wenn Sie diese Leistungen zum Zeitpunkt der Antragstellung beziehen.

Bitte geben Sie in Ihrem Antrag bei der Bankverbindung immer die IBAN-Nummer an. Ohne diese Angaben kann die Zuwendung nicht ausgezahlt werden.

Verfahrensweise

Nach Eingang des Antrages und der entsprechenden Unterlagen wird der grundsätzliche Anspruch geprüft und Sie erhalten einen Bescheid darüber, ob eine Förderung gewährt wird und gegebenenfalls wie hoch diese sein wird. Zusammen mit dem Bescheid erhalten Sie ein Formular "Bestätigung" sowie ein Formular "Erklärung des Zuwendungsempfängers". Das Formular "Bestätigung" ist von der Familienferienstätte am Ende Ihres Urlaubs auszufüllen, die Erklärung des Zuwendungsempfängers von Ihnen selbst. Bitte senden Sie beide Formulare zusammen mit der Rechnung der Familienferienstätte umgehend nach Ihrem Urlaub an das ZBFS. Die Vorlage einer Rechnungskopie genügt. Die Originalrechnung wird nur auf Verlangen zurückgesandt.

Nach Eingang der beiden Formulare und der Rechnung der Familienferienstätte wird die Verwendung der Zuwendung geprüft und in der zustehenden Höhe an Sie ausbezahlt.

Wenn die beiden Formulare und die Rechnung der Familienferienstätte nicht innerhalb von drei Monaten nach Ende des bewilligten Reisezeitraumes eingereicht werden, kann die Zuwendung nicht mehr ausbezahlt werden.

Wie hoch ist die Förderung?

Die Höhe der Förderung bemisst sich nach der Anzahl der Verpflegungstage und beträgt

  • für jedes berücksichtigungsfähige Kind und jeden berücksichtigungsfähigen Erwachsenen
    bis zu 17 Euro pro Tag,
  • für jedes berücksichtigungsfähige Kind mit Behinderung
    bis zu 22 Euro pro Tag.
    Die Behinderung muss mit einem Feststellungsbescheid nach dem Sozialgesetzbuch Neuntes Buch (SGB IX) oder mit einem Schwerbehindertenausweis nachgewiesen werden. Ein ärztliches Attest genügt nicht.

Es sind nur die Ausgaben der Unterbringung in der Familienferienstätte förderfähig (ohne Fahrtkosten, Eintritte, etc.). Im Antrag sind die voraussichtlichen Ausgaben für die Unterbringung anzugeben und anzukreuzen, ob diese nur die Übernachtung ohne Verpflegung, Übernachtung mit Frühstück, mit Halbpension oder Vollpension beinhalten.

Soweit die Ausgaben für die Unterbringung nicht mindestens Halbpension beinhalten, wird vom ZBFS bei den zuwendungsfähigen Ausgaben zusätzlich eine Pauschale von 13 € pro Person und Verpflegungstag für den Verpflegungsaufwand angesetzt.

Zum Nachweis der tatsächlichen Ausgaben für die Unterbringung in der Familienferienstätte ist dem ZBFS nach dem Urlaub eine Erklärung über die Höhe dieser Ausgaben und eine etwaige Kostenbeteiligung anderer Stellen (Formular "Erklärung des Zuwendungsempfängers") zusammen mit der Rechnung und der Teilnahmebestätigung der Familienferienstätte (Formular "Bestätigung") vorzulegen. Die Vorlage einer Rechnungskopie genügt. Die Originalrechnung wird nur auf Verlangen zurückgesandt.

Sind die tatsächlichen Ausgaben geringer und/oder die Kostenbeteiligung anderer Stellen höher als im Antrag angegeben, kann sich die bewilligte Zuwendung und damit der Auszahlungsbetrag verringern.

Die Rechnung der Familienferienstätte ist fünf Jahre lang aufzuheben.

Die Zuwendung wird nur dann ausgezahlt, wenn alle Anspruchsvoraussetzungen auch tatsächlich erfüllt wurden. Es wird deshalb der Abschluss einer Reiserücktritts- und einer Reiseabbruchversicherung empfohlen.

Wichtig

Die Zuwendung wird nach dem Familienurlaub ausbezahlt. Eine Vorauszahlung oder Abtretung des Zuschusses ist nicht möglich, auch nicht an die Familienferienstätte oder an eine andere Person.

Das ZBFS bearbeitet nur den Antrag auf Zuwendung. Auswahl, Reservierung und Buchung der Familienferienstätte erfolgt durch die Familie selbst.

Informationen und Beratungen zu den Familienferienstätten erhalten Sie von den freien Wohlfahrtsverbänden und den ihnen angeschlossenen Organisationen, dies sind zum Beispiel Caritas, Diakonie, Arbeiterwohlfahrt und Der Paritätische.

Unterlagen und Ansprechpartner

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Familienerholung (BAG FE) hat einen Katalog mit Familienferienstätten herausgegeben. Dieser kann von dort angefordert werden (Anschrift: BAG Familienerholung, c/o Evangelische Familienerholung, Diakonie Deutschland, Caroline-Michaelis-Str. 1, 10115 Berlin). Er steht auch als Download-Version zur Verfügung.

Bitte beachten Sie jedoch, dass die Förderung nicht in allen Familienferienstätten, die im Katalog aufgeführt werden, gewährt werden kann. Die entsprechenden förderfähigen Einrichtungen sind im oben genannten Verzeichnis der Familienferienstätten aufgeführt.

Hilfe und Auskunft zum Förderverfahren erhalten Sie unter folgenden Kontaktdaten:

Servicetelefon: 0921 605-3688
Montag bis Donnerstag von 9.00 Uhr bis 11.30 Uhr

Fax: 0921 605-3904
E-Mail: familienerholung.familienbildung@zbfs.bayern.de

Anschrift:
Zentrum Bayern Familie und Soziales
Hegelstr. 2
95447 Bayreuth