Einkommensteuer

Allgemein

Steuerfreibeträge können Steuerpflichtige erhalten, die

  • schwerbehindert sind (GdB 50 oder höher)
  • behindert mit einem GdB zwischen 25 und 40 sind und die Behinderung zu einer dauernden Einbuße der körperlichen Beweglichkeit führt
  • aufgrund der Behinderung mit einem GdB von 25 und mehr eine Rente oder andere laufende Bezüge aufgrund gesetzlicher Vorschriften beziehen

Die beiden ersten Fälle werden vom ZBFS per Ausweis bzw. Bescheinigung bestätigt. In der dritten Variante legt der Steuerpflichtige den Leistungsbescheid der Rentenstelle beim Finanzamt vor.

 Steuerfreibetrag (sog. "Pauschbetrag")

Dieser beträgt abhängig vom Grad der Behinderung

  •      310 Euro bei  GdB   30
  •      430 Euro bei  GdB   40
  •      570 Euro bei  GdB   50
  •      720 Euro bei  GdB   60
  •      890 Euro bei  GdB   70
  •   1.060 Euro bei  GdB   80
  •   1.230 Euro bei  GdB   90
  •   1.420 Euro bei  GdB 100

 

Für die Steuererleichterung genügt es, wenn die Feststellung nach dem Schwerbehindertenrecht auch nur für einen Tag im Kalenderjahr gegolten hat.

Weitere Ansprüche im Steuerrecht:

Pflegepersonen

Wer einen anderen unentgeltlich pflegt, kann den sogenannten Pflegepauschbetrag geltend machen (924 Euro pro Kalenderjahr).

Voraussetzung ist, dass die pflegebedürftige Person in ihrer oder der Wohnung der Pflegeperson lebt und das Merkzeichen H anerkannt ist.

 

Privatfahrten

Die Kraftfahrzeugkosten für private Fahrten können behinderte Menschen als außergewöhnliche Belastung geltend machen bei einem


Im Allgemeinen wird ein nachgewiesener oder glaubhaft gemachter Aufwand von 3.000 km jährlich für angemessen erachtet.

Bei behinderten Menschen, die

sind grundsätzlich alle Kraftfahrzeugkosten, soweit sie nicht Betriebsausgaben oder Werbungskosten sind, eine außergewöhnliche Belastung.
Unter bestimmten Voraussetzungen kann eine Fahrleistung für Privatfahrten von 15.000 km im Jahr anerkannt werden.
Pro anerkanntem Kilometer können 0,30 Euro als außergewöhnliche Belastung geltend gemacht werden. beachten Sie bitte, dass die Aufwendungen um die zumutbare Belastung zu mindern sind.

 

Werbungskosten

Die tatsächlichen Aufwendungen für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte können behinderte Menschen abziehen mit einem

Das gleiche gilt für Familienheimfahrten, wenn ein Arbeitnehmer außerhalb des Ortes, in dem er einen eigenen Hausstand unterhält, beschäftigt ist und am Beschäftigungsort wohnt.

 

Haushaltshilfe

Steuerermäßigung gibt es,

wenn im eigenen Haushalt eine Person zur Verrichtung haushaltsnaher Tätigkeiten, (z.B. als Putzhilfe oder Pflegekraft)

  • beschäftigt wird oder
  • entsprechende Dienstleistungen eines selbstständigen Dienstleisters in Anspruch genommen werden.

Bei sogenannter geringfügiger Beschäftigung (§ 8a Sozialgesetzbuch Viertes Buch - SGB IV) der Haushaltshilfe oder Pflegekraft erfolgt eine Ermäßigung der tariflichen Einkommensteuer um 20 v.H. der Aufwendungen, maximal 510 Euro. Ebenfalls 20 v.H., maximal 4.000 Euro Ermäßigung gibt es, wenn der Steuerpflichtige nicht selbst Arbeitgeber ist, sondern die haushaltsnahe Dienstleistung durch einen selbstständigen Dienstleister erfolgt (z.B. Pflegedienst).

 

Behinderte Kinder

Der Pauschbetrag, der einem behinderten Kind zusteht, für das die Eltern Kindergeld oder einen Freibetrag zur Steuerfreistellung des Kinderexistenzminimums erhalten, wird auf Antrag auf die Eltern übertragen, wenn ihn das Kind nicht in Anspruch nimmt.

Bei Eltern, die die Voraussetzungen für eine Zusammenveranlagung nicht erfüllen, wird der Pauschbetrag gleichmäßig auf die Elternteile übertragen. Bei einer Einkommensteuerveranlagung können sie gemeinsam auch eine andere Aufteilung beantragen.


Erwachsene Kinder

Ein Kind, das das 18. Lebensjahr vollendet hat, aber wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung außerstande ist, sich selbst zu unterhalten, kann berücksichtigt werden

  • bei der Gewährung von Kindergeld
  • als Freibetrag zur Steuerfreistellung des Kinderexistenzminimums (Kinderfreibetrag, Freibetrag für den Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf)
  • beim Entlastungsbetrag für Alleinerziehende nach § 24b Einkommensteuergesetz (EStG)
  • bei der Bestimmung der Höhe der von den außergewöhnlichen Belastungen nach § 33 EStG zu kürzenden zumutbaren Belastung und u. a.
  • bei der Berechnung der Kirchensteuer und des Solidaritätszuschlags

 

 

Weitere Infos zum Steuerrecht

 
Wegweiser für Menschen mit Behinderung
 
Finanzamt  

Broschüre Steuertipps für Menschen mit Behinderung 
 

Ein behindertes Mädchen spielt mit Malfarben. Die Hände und Finger sind bunt, auch die Nasenspitze. Das Mädchen mit Down-Syndrom lacht in die Kamera.
Landesamt
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Wegweiser für Menschen mit Behinderung

Viele praktische Tipps für behinderte Menschen finden Sie in unserer Broschüre

Wegweiser „Leichte Sprache“

Die Infos gibt es auch in Leichter Sprache in unserem Heft