Aktuelles

Bezirksklinikum Mainkofen

Pressemitteilung

Mainkofen, 17.05.2017

Bayernweit nachgefragt – Weiterbildung Fachkraft für Pflege im Maßregelvollzug

In Kooperation mit dem Bildungswerk des Bayerischen Bezirketags veranstaltet das Bezirksklinikum Mainkofen eine Weiterbildung für interessierte Pflegende für eine hohe Qualifizierung der forensi­schen Pflegearbeit.

Gruppenbild
Gruppenbild der Kursleiter und Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Weiterbildung "Fachkraft für Pflege im Maßregelvollzug 2017"
​​​​Die Kursleiter, namentlich Hermann Weilbach, Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegedienstleiter Bezirkskrankenhaus Kaufbeuren und Michael Zehrer, Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegedienstleiter und angehender Pflegepädagoge Bezirksklinikum Mainkofen, begrüßten die 17 Teilnehmer in den Fortbildungsräumen des Bezirksklinikums Mainkofen. Als Vertreter des Bildungswerks Irsee war Jürgen Hollick anwesend. Dieser betonte, dass diese Weiterbildung „Maßstäbe setze“, da es in den unterschiedlichen Einrichtungen des Maßregelvollzugs wenig gemeinsame Fortbildungsangebote auf so hohem Niveau gebe.

Das Angebot richtet sich an Pflegende in forensischen Einrichtungen, sowohl im stationären wie auch im ambulan­ten Bereich. Die Qualifizierung soll dazu befähigen, Kompetenzen auf hochaktuellem Stand für das spezifische Arbeits­feld der forensischen Psychiatrie zu erweitern.

Dabei werden neben pflegerisch-therapeutischen Methoden auch juristische und gesellschaftspolitische Themen vermittelt. Die fünf Unterrichtsblöcke, drei davon in Mainkofen, zwei im Kloster Irsee, berechtigen die Teilnehmer, nach erfolgreich abgeschlossener Prüfung den Zusatz zur Berufsbezeichnung „…mit Qualifizierung Fachkraft für Pflege im MRV“ (Maßregelvollzug) zu führen.

Am Ende des ersten Fortbildungstages stand ein Besuch in der Maßregelvollzugseinrichtung vor Ort an. So nutzten die Teilnehmer die Gelegenheit, eine der modernsten Forensischen Psychiatrien in Deutschland zu besichtigen. Roland Killinger als Kursbegleitung wird die Gruppe während der Fortbildungstage als Ansprechpartner betreuen.

Neue Verwaltungsvorschriften zum Bayerischen Maßregelvollzugsgesetz

Mit Wirkung zum ersten Februar 2017 treten die neuen Verwaltungsvorschriften zum Bayerischen Maßregelvollzugsgesetz (VVBayMRVG) in Kraft.

„Der Maßregelvollzug soll nicht nur sicher, sondern auch human und transparent sein. Deshalb gelten ab dem ersten Februar 2017 neue Verwaltungsvorschriften. Dadurch stärken wir auch die Rechtssicherheit im bayerischen Maßregelvollzug“, so Bayerns Sozialministerin Emilia Müller in der Pressemitteilung des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Soziales, Familie und Integration.

Verwaltungsvorschriften sind verwaltungsinterne Regelungen, die ein einheitliches Verwaltungshandeln und eine einheitliche Anwendung des Gesetzes sicherstellen sollen.

Die Verwaltungsvorschriften wurden in enger Zusammenarbeit mit Vertretern der Praxis erarbeitet. Im Rahmen einer vom Zentrum Bayern Familie und Soziales (ZBFS) – Amt für Maßregelvollzug geleiteten Arbeitsgemeinschaft beteiligten sich Vertreter der Träger des Maßregelvollzugs, der Maßregelvollzugsleitungen, der Ärzte sowie der Pflegedienstleitungen an der Ausarbeitung eines Entwurfs für Verwaltungsvorschriften. Dieser Entwurf wurde dem Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration vorgelegt und mit den betroffenen Staatsministerien der Justiz und des Innern sowie dem Bayerischen Datenschutzbeauftragten abgestimmt.

Die neuen Verwaltungsvorschriften ersetzen die Grundsätze für den Vollzug der strafgerichtlich angeordneten Unterbringung im psychiatrischen Krankenhaus und in der Entziehungsanstalt im Freistaat Bayern (§§ 63, 64 StGB, § 7 JGG, § 126a StPO, § 463 Abs. 1 i. V. m. 453c StPO) sowie die Vorläufigen Vollzugshinweise zum Bayerischen Maßregelvollzugsgesetz.

Mit den Verwaltungsvorschriften zum Bayerischen Maßregelvollzugsgesetz werden die Regelungen des Bayerischen Maßregelvollzugsgesetzes konkretisiert. So wird zum Beispiel die Gewährung von Lockerungen näher geregelt oder Vorgaben zum Inhalt des Behandlungs- und Vollzugsplans gemacht. Die Verwaltungsvorschriften binden die Träger des Maßregelvollzugs, die Maßregelvollzugseinrichtungen, die Maßregelvollzugsbeiräte, die Fachaufsichtsbehörde, die Polizei, die Justizbehörden und die Regierungen. Sie sind den Menschen in den Maßregelvollzugseinrichtungen zugänglich und auf den Internetseiten des ZBFS unter der Rubrik Maßregelvollzug / Service veröffentlicht.